BLOG: PRÄSENTE MOMENTE

5. NICHT EINFACH WEITER SO

Präsent sind wir, wenn wir körperlich und geistig anwesend sind.

Das sagt sich so leicht!

Und doch ist es herausfordernd in einer auf Effizienz getrimmten Gesellschaft. Gut trainiert laufen wir im Hamsterrad und finden es mal fordernd, oft aber sind wir abgehetzt und manchmal bekommen wir kaum noch Luft. Doch bewusst Innehalten wird eher selten als Option in Betracht gezogen. Und wenn wir es probieren, klappt es auch nicht gleich. Längst ist es zur eigenen Gewohnheit geworden etwas tun zu müssen. Es könnte ja nicht genügen was wir tun, wir könnten ja nicht genügen… und ähnliche Glaubenssätze drängen uns weiter.

Ich wünsche mir, dass wir nicht einfach so weiter machen wie bisher!

Im Getriebensein verlieren wir all zu leicht die Verbindung zu unserem Körper und zu dem was wir tun. Unsere Aufmerksamkeit wird absorbiert von Gedanken und unbewussten Sorgen um Vergangenes oder Zukünftiges.

Dadurch, dass wir individuell und als Gesellschaft häufig getrennt sind von dem was wir tun, können wir auch einfach weiter so rennen. Wir würden ja sonst deutlicher empfinden was die Folgen unseres Handelns sind.

Mir scheint es ist dringend an der Zeit zu uns zu kommen – im wahrsten Sinne des Wortes – individuell und als Gesellschaft.

Das bewusste Herstellen von Präsenz ist Wahrnehmungsschulung vom Feinsten. Wahrnehmend kommen wir in Verbindung und finden Halt im eigenen Körper.

Das daraus resultierende Gefühl der Sicherheit versetzt unser Nervensystem in die Lage Spielräume und Handlungsoptionen zu erkennen.

Wir übernehmen Augenblick für Augenblick Verantwortung für uns selbst und unser Handeln.

Egon Friedell schrieb: „Zivilisation ist Reichtum an Problemen.“

Ich bin zuversichtlich, dass wir den Problemen gewachsen sind, wenn wir uns wagen bewusst zu Sein.

Wenn wir uns wagen bewusst Wahrnehmende zu sein.